Ablauf und Inhalt
Ein herzliches Willkommen in Goßmar
Heute am 7. September ist ein sonniger Septembersonntag, die besten Voraussetzungen für ein traditionelles Brauchtum. Als Heimatbotschafter von Goßmar ist es mir heute wieder eine ganz besondere Ehre, im Namen des gesamten Dorfes, eine junge Familie aus Berlin willkommen zu heißen. Es sind die vielen kleinen, persönlichen Momente, die unsere Gemeinschaft so stark machen. Momente wie dieser, wenn neue Gesichter, neue Geschichten und neue Träume in unser Dorf einziehen. Heute ist so ein Tag.

Die Begrüßung
Ich besuchte die Familie G&T gegen 13:30 Uhr vor ihrem neuen Zuhause in der Friedenstraße. Ein Haus, das nun nicht mehr nur aus Stein, Holz und Glas besteht, sondern mit Leben, Wärme und Freude gefüllt wird. Als die drei – Herr G., Frau T. und ihr Sohn – die Umzugskartons beiseite räumten, spürte man sofort diese Mischung aus Neugier, Vorfreude und auch ein klein wenig Aufregung.
Nachdem wir uns herzlich begrüßt hatten, startete unsere kleine, aber feierliche Willkommenszeremonie. Die erste Strophe des Liedes „Märkische Heide, märkischer Sand“ ertönte vom Smartphone über einen kleinen Bluetooth-Lautsprecher. Die Melodie schallte sanft durch die Stille des Nachmittags und erinnerte uns alle daran, wie tief unsere Wurzeln hier in der Mark Brandenburg verankert sind.
Die Ansprache
Als die letzten Töne verklungen waren, folgte die Begrüßungsansprache. Im Hintergrund spielte nun Bachs „Brandenburgisches Konzert Nr. 3 in G-Dur“, dessen festliche Klänge die feierliche Stimmung unterstrichen. Ich trat vor die Familie und begann meine Rede, die ich mit den Worten meines Herzens füllte:
„Heimat ist Glauben, Hoffnung und gibt Kraft.
Heimat ist Sicherheit, Freude und Glück.
Heimat ist da, wo man sich zuhause fühlt.
Ein Zuhause ist ein wichtiger Teil auf dem Lebensweg.
Euer Zuhause ist nun Goßmar,
ein Zuhause, in dem ihr gern Zeit verbringen wollt,
ein Aufenthaltsort, an dem ihr viele schöne Erlebnisse haben werdet.
Wo Kurzweil im Kalender steht, wo Spaß im Leben wichtig ist,
wo gelacht und getanzt wird, hier sollen Träume und Wünsche in Erfüllung gehen.
Zuhause ist, wo die Liebe wohnt,
wo Erinnerungen geboren werden und wo schöne Momente geteilt werden.
Wo Freunde immer willkommen sind und jederzeit ein Lächeln auf dich wartet.
Ein Zuhause ist auch ein Rückzugsort, an dem man die Hektik der Arbeitswelt aussperrt,
an dem man Energie für den nächsten Tag tanken kann.
Hier soll die Seele zur Ruhe kommen, zu Hause ist es am schönsten.“
Die Symbole
Nach der Rede folgte der wichtigste Teil unserer Tradition. Ich überreichte der Familie die symbolischen Geschenke, die ich für sie vorbereitet hatte. Etwas selbst gebackenes Brot, etwas Salz und ein Teelicht. Ich erklärte die Bedeutung dieser Gaben:
„Wir schenken euch Brot, damit die Mägen in diesem Haus nie laut knurren.
Und wir schenken euch Salz, damit euer Leben immer Würze hat.
Das Brot, es gehe niemals aus
und Salz, das würzet jeden Schmaus.
Solange ihr hier seid, ihr verweilt,
und euer Brot mit Freunden teilt,
solange ihr habt Salz und Brot,
bleibt von euch fern alle Not.
Das Teelicht als Symbol für Licht, Wärme, Glück und Segen“.
Die junge Familie nahm die Geschenke und auch ihre Willkommensurkunde mit einem tiefen Lächeln entgegen. Die Begeisterung in ihren Augen war unverkennbar. Als die Zeremonie vorüber war, nutzte ich die Gelegenheit, um noch ein paar persönliche Worte zu wechseln und die Familie besser kennenzulernen. Ich fragte sie, was sie bewogen hat, die Metropole Berlin zu verlassen, um hier aufs Land zu ziehen. Die Antwort kam schnell und von Herzen: „Wegen der Ruhe und Entschleunigung.“ Sie hatten sich ganz bewusst für diesen Schritt entschieden, um der Hektik des Großstadtlebens zu entkommen.
Der freundliche Hinweis
Ich schmunzelte und konnte mir den kleinen augenzwinkernden Hinweis auf den Verkehr in der Friedenstraße nicht verkneifen, da sie sich ja in unmittelbarer Nähe zur Kita befinden. Ihre Antwort war jedoch umso entwaffnender: „Gegen Berlin ist das gar nichts!“ Ein Satz, der uns alle zum Lachen brachte und die unkomplizierte, offene Art der Familie perfekt zusammenfasste. Es zeigte mir, dass sie mit der richtigen Einstellung hier angekommen sind und das Beste aus ihrem neuen Leben in Goßmar machen werden.
Am Ende der Begrüßung gab ich ihnen noch einen letzten, gut gemeinten Ratschlag mit auf den Weg:
„Lasst Kummer und Sorgen stets vor der Tür,
dann seid ihr immer glücklich hier.“
Es waren die letzten Worte eines kurzen, aber ungemein herzlichen Rituals.
Das Resümee
Die Zeremonie war zwar kurz, aber voller Symbolik und Emotionen. Nach den letzten Anweisungen, wo man was im Dorf finden kann, zogen sich die Neuankömmlinge wieder in ihr Zuhause zurück, um sich ihrer Sonntagsaufgabe zu widmen: dem Einrichten und dem Beginn ihres neuen Lebensabschnittes. Ein neuer Abschnitt, der sie in Goßmar hoffentlich sehr glücklich machen wird. Denn heute wurde nicht nur ein Haus bezogen, sondern ein Zuhause gefunden.

