Romantisches Europa für Horn und Orgel – Ein Nachmittag voller Emotionen

An einem sonnigen Nachmittag des 5. Mai 2024 fanden sich Liebhaber der klassischen Musik in der Kirche zu Goßmar ein, um einem außergewöhnlichen Konzert beizuwohnen. Unter dem Titel “Romantisches Europa für Horn und Orgel” luden die talentierten Musiker Stephan Gümbel und Johannes Leonardy zu einer Zeitreise durch das 18. Jahrhundert ein.

Romantisches Europa für Horn und Orgel

Die Kirchenbänke waren gefüllt mit erwartungsvollen Zuhörern, als die ersten Töne von Anton Rubinsteins “Melodie” den Raum erfüllten. Die sanften Schwingungen des Horns, gepaart mit den harmonischen Klängen der Orgel, ließen eine beschwingte Atmosphäre entstehen, die durch das Gestühl der Kirche zog.

Mit jedem weiteren Stück – von Homilius’ “Duo für Horn und Orgel” bis hin zu Mendelssohns “Fuge in G-Dur” – entfaltete sich ein Kaleidoskop der Emotionen. Die Musik war mal melancholisch und nachdenklich, dann wieder majestätisch und erhaben. Der Organist, mit seiner Fingerfertigkeit, verwandelte die Luft in Schwingungen, die das Publikum emotional erreichten, während der Hornist mit spitzen Lippen seine Gefühle per Odem musikalisch zum Ausdruck brachte.

Die beeindruckende Kommunikation zwischen den beiden Musikern, ein Nicken, und schon ging es zum nächsten Titel. Das Horn-Solo in Lindbergs “Gammal fäbodpsalm” war mit seinem Echo besonders beeindruckend und hinterließ einen nachhaltigen Eindruck bei den Zuhörern.

Auch die kleinen Unvollkommenheiten eines Live-Konzerts, wie ein klemmendes Pedal, wurden mit umso mehr Beifall belohnt. Es zeigte die Menschlichkeit und Wärme, die in der Musik liegt – besonders bei den fröhlichen und romantischen Liedern, die offenbarten, wofür die Orgel gebaut wurde.

Als Abschluss des offiziellen Programms erklang Wely’s “ Boléro de Concert ”, gefolgt von einer Zugabe – Müllers “Gebet”, das träumerisch den Geist des Nachmittags einfing.

Dieses Konzert, gefördert von der Stiftung “Kirche im Dorf”, war nicht nur eine Darbietung von Noten und Melodien, sondern eine Feier der Gemeinschaft und der Kraft der Musik, die Herzen zu berühren. Der Organist, der sich an der “kleinen jüngeren Schwester” seiner Heimatorgel wie zu Hause fühlte, und der Hornist, der mit jedem Atemzug die Besucher erreichte, schufen gemeinsam ein unvergessliches Erlebnis.

In der Stille, die auf das letzte Stück folgte, lag eine tiefe Dankbarkeit für einen Nachmittag, der die Seele berührte und die Erinnerung an die Schönheit und Vielfalt der Musik, die Europa zu bieten hat, wachrief.

Hier nochmal der chronologische Ablauf.

  1. Melodie – Anton Rubinstein (1829-1894)
  2. Duo für Horn und Orgel – Constantin Homilius (1840-1918)
  3. Fuge in G-Dur – F. Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
  4. Gammal fäbodpsalm – Oskar Frederik Lindberg (1887-1955)
  5. Pastorale – August Körling (1842-1919)
  6. Agitato in a-moll- Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901)
  7. Morceau Symphonique – Alexandre Guilmant (1837-1911)
  8. Andante religioso – Bernhard Eduard Müller (1842-1920)
  9. Sortie in Es-Dur – Louis Lefebure-Wely (1817-1869)
  10. Romanze – Max Reger (1873-1916)
  11. Boléro de Concert – Louis Lefebure-Wely (1817-1869)
  12. Zugabe: Gebet – Bernhard Eduard Müller (1842-1920)

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